Hier erfährst Du, wie Du Igel überwintern kannst, aber auch viele interessante Informationen Rund um den Igel.

Igel überwintern

Igel überwintern im Garten oder im Haus

Igel überwintern im Garten – Im Herbst stellt sich mit Dir auch vielen anderen Natur- und Tierfreunden die Frage, wie den zu kleinen Igeln beim Überleben in den Wintermonaten geholfen werden kann. Wenn Du im Herbst einen Igel überwintern willst, ist für Dich sicher zunächst interessant etwas über seine Lebensweise zu erfahren. Nur so kannst Du seine Bedürfnisse kennenlernen und ihm eine artgerechte Bleibe in der kalten Jahreszeit bieten.

 

 

Der Lebensraum und die Lebensweise der Igel in ihrer natürlichen Umgebung

Der stachelige Igel ist nur eine von mehreren Unterfamilien der Igel. Die zoologische Familie der Igel ist uralt. Die Erinaceidae, wie sie biologisch heißen, bewohnen die Erde bereits seit über 50 Millionen Jahren. Die stacheligen Igel gibt es seit ca. 37 Millionen Jahren. Neben ihnen entwickelten sich die Ratten- bzw. Haarige. Igel gibt es in Mittelafrika sowohl in der Wüste wie in der Steppe. Sie sind in Asien und in Europa verbreitet und bewohnen auch dort die verschiedensten klimatischen Zonen in verschiedenen Varietäten. Dabei ist der Braunbrustigel in Europa wohl am weitesten verbreitet. Sein Lebensraum erstreckt sich im Norden bis nach Skandinavien, in Südeuropa bis nach Spanien und Portugal und im Osten bis in den Nordosten Russlands. In Mittel- und im restlichen Südeuropa bis in den westlichen Teil Asiens lebt der Weißbrustigel.

Igel

Der bei uns lebende Igel ist im Erwachsenenalter ca. 30 cm lang und wiegt zwischen 800 und 1.500g. Sein Fell ist rau und graubraun. Sein Rücken wird vom Kopf an über den Rücken und an beiden Körperseiten von 6.000 bis 8.000 zwei bis drei Zentimeter langen Stacheln bedeckt. Geht ihm ein Stachel verloren, wächst er wieder nach. Einen Fell- oder Stachelwechsel wie bei anderen Tierarten kennt der Igel allerdings nicht.

 

 

Er ernährt sich überwiegend von Insekten und ist ein Nachtjäger, der tagsüber schläft. Seine bevorzugten Beutetiere sind Heuschrecken, Raupen, Käfer und Tausendfüßler. Er frisst auch gerne die Eier von am Boden brütenden Vögeln. Gelegentlich frisst er auch Aas. Sein Verdauungstrakt ist nicht für die Verwertung von Pflanzennahrung ausgelegt. Allerdings lieben Igel gelegentlich ein Stück sehr reifes Obst, denn sie können Süßem nicht widerstehen. Seine Augen sind nicht sehr gut, aber dafür kann er sich 100% auf seine Nase verlassen. Mit seinem ausgesprochen exzellenten Geruchssinn findet er seine Nahrung also auch gut in der Dunkelheit. Dabei ist bemerkenswert, dass der Bereich, in dem der Geruchssinn angelegt ist, im Verhältnis zur Gesamthirngröße überproportional groß ist. Der Igel hat zusätzlich zur Nase noch das Jacobsonsche Organ. Dieses zusätzliche Riechorgan am Nasenboden besteht aus einem Hohlraum, der mit zwei Schleimhäuten mit Geruchsrezeptoren ausgestattet ist. Hier werden Geruchsstoffe, die er mit der Zunge aufnimmt, „er-rochen“. Es ist anzunehmen, dass seine Geruchsleistung von keinem anderen Säugetier erreicht wird. Außerdem hört der Igel extrem gut. Er hört selbst Geräusche im Ultraschallbereich.

Igelnothilfe

Darauf musst Du achten, wenn Du einen viel zu kleinen Igel überwintern willst.

Große, also erwachsene Igel sind stark genug, um allein in der Natur einen guten Schlafplatz für den Winterschlaf zu finden. Sie haben auch genug Fett angefressen, um sicher über die Runden zu kommen. Bei Jungigeln sieht es anders aus. Sie haben oft noch nicht genug Fettreserven angefressen und sind daher noch auf der Suche nach Nahrung, wenn die Alttiere bereits in einem sicheren Versteck in den Winterschlaf gehen. Große Igel überwintern in der freien Natur ohne Probleme in ihren Verstecken.

 

 

Der ideale Igel-Schlafplatz in der Natur

Das Igelquartier für den Winterschlaf besteht aus abgestorbenem Holz, viel herabgefallenem Laub und Reisig. Die Alttiere bauen sich ihr Nest daraus, wenn die Bodentemperatur regelmäßig um die Null Grad liegt. Findest Du im späten Herbst am Tag einen herumlaufenden Jungigel, der sichtlich zu klein und untergewichtig ist, musst Du dem Igel überwintern helfen. Viele Jungtiere suchen nämlich dann auch am Tag noch weiter nach Futter, um sich mehr Fett anzufressen, obwohl es eigentlich schon Zeit für den Winterschlaf ist. Um sich vor der Kälte zu schützen, suchen sie Mulden oder verkriechen sich unter Hecken. Hilfsbereite Menschen stabilisieren einen Reisighaufen auch mit großen Steinen, um ihnen einen Dauerschlafplatz anzubieten. Außerdem kann den Jungigeln geholfen werden, indem ihnen ein Igelhäuschen als Unterschlupf angeboten wird.

Allerdings solltest Du einen Igel unbedingt mitnehmen, wenn er krank, deutlich unterernährt und/oder verletzt ist. Kannst Du ihn nicht selbst artgerecht versorgen, dann bring den gefundenen Igel in eine Igelstation.

Igelhaus

„Erste Hilfe“ für viel zu kleine und außerhalb ihres Unterschlupfs gefundene Igel

Grundsätzlich gehört ein Igel in die Natur, das ist vom Gesetzgeber im Bundesnaturschutzgesetz festgelegt. Igel gehören nach deutschem Recht zu den besonders geschützten Wildtieren. Nur wenn ein Jungigel besonders klein, mager, krank und/oder verletzt ist, darfst Du ihn mitnehmen, um ihm zu helfen. Findest Du den Igel, wenn es draußen sehr kalt ist, kannst du davon auszugehen, dass er unterkühlt ist. Er braucht jetzt zuerst Wärme! Dazu wickelst Du ihn in ein Handtuch ein und wärmst ihn dann mit einer lauwarmen Wärmflasche. Wann ist nun ein Igel viel zu klein und wiegt viel zu wenig, und wann musst Du dem Igel überwintern helfen fragst Du Dich sicher. Ein gesunder erwachsener Igel ist ca. 25 bis 30 cm lang und wiegt mindestens 800 g. Liegen diese Werte bei einem Jungigel darunter, insbesondere wenn Du ihn als Säugling herumirrend findest und er unter 250 g wiegt, gehört er in die Igelstation oder Du muss ihn artgerecht im Haus oder Garten versorgen.

Igelkind

Mögliche Krankheiten eines gefundenen Igels

Igelsäuglinge, die im Sommer außerhalb des Igelnests und Igel, die im Herbst untergewichtig gefunden werden, sind in den meisten Fällen krank. Deshalb solltest Du den Igel nicht mit bloßen Händen anfassen und Deine Hände nach jedem Igel-Kontakt desinfizieren. Ein verletzter Igel gehört sofort zum Tierarzt. Viele Igel sitzen voller Parasiten wie Läuse und Flöhe. Du solltest ihn auf keinen Fall baden, denn das bereitet ihm gehörigen Stress. Viele Igel haben Darmparasiten. Ein Igel, der von Parasiten befallen ist, ist so geschwächt, dass er oft auch bakterielle Infekte mit sich herumträgt. Es kann sein, dass Du einen untergewichtigen erwachsenen Igel findest. Dann kannst Du davon ausgehen, dass er Zahnprobleme hat. Alte Igel neigen verstärkt zu Zahnstein und können dann nicht mehr gut fressen. All das muss von einem kundigen Tierarzt behandelt werden. Du wirst ihm sehr helfen, wenn Du Dich bereit hältst, ihm die notwendigen Medikamente zu verabreichen. Die Behandlung eines dieser süßen Stacheltierchen ist übrigens für Dich immer kostenlos, denn die Tierärzte helfen Wildtieren unentgeltlich.

 

 

Die Räumlichkeiten, in denen Du den Igel unterbringen wirst, musst Du für ihn artgerecht vorbereiten. Er ist ein Wildtier, kein Spieltier und er braucht seine Ruhe im Sommer am Tag, ab Herbst halt im Winterschlaf. Du musst Dich aber dennoch täglich um ihn kümmern. Insbesondere, wenn er noch sehr klein oder krank ist. Dann braucht er neben den Medikamenten auch sein Futter und Wasser. Da er Sommertags wie auch im Winter im Haus nicht so viel schläft wie in der Natur, benötigt er ein Gehege, in dem er ausgiebig herumlaufen kann, aber unbedingt sein Schlafhaus! Es sollte ein für ihn bequem zugänglicher geschlossener Holzkasten sein, den Du gut mit Stroh und Heu füllst.

Igel überwintern

Das richtige Futter für den gefundenen Igel

Er mag Katzenfutter. Sollte der gefundene Igel allerdings selbst in der Nacht die Nahrungsaufnahme verweigern, gehört er zum Tierarzt! Gib ihm aber nur Trocken- oder Feuchtfutter. Speisereste aus der Küche oder Dosenfutter sind verboten für Igel in allen Größen. Seine Nahrungsquelle, die Insekten, bieten ihm viel Fett und Eiweiß. Aber die nebenbei aufgenommenen Kohlenhydrate verdaut er nicht. Sie werden als Ballaststoffe ausgeschieden. Aus diesem Grund eignet sich Hundefutter überhaupt nicht. Katzen benötigen eine Nahrung, die reich an Proteinen ist und weniger Kohlehydrate enthält und daher ist Katzenfutter die richtige Wahl für die Fütterung von Igeln.

Du kannst aber auch spezielles Igelfutter kaufen. Hier habe ich Dir einmal zwei Links zu Igelfutter aufgelistet:

Nassfutter für Igel
Trockenfutter für Igel

Beide Sorten verwenden wir für unsere kleinen Stachler und helfen damit dem Igel überwintern. Die Igelchen liebes dieses Futter.

Besondere Fürsorge musst Du Igelsäuglingen angedeihen lassen. Es ist unumgänglich da Fachleute zu Rate zu ziehen. Hast Du den Igel im Sommer gefunden und hat er sich dank Deiner Fürsorge gut erholt, solltest Du ihn unbedingt in ein Igelnest bringen. Ein solches Igelnest kannst Du ihm schnell unter der Gartenhecke oder unter einem Strauch herrichten.

Wie der Igel Winterschlaf hält und worauf zu achten ist, wenn er aufwacht

In der freien Natur bleibt der Igel ab Mitte November in dem im Oktober vorbereiteten Nest und schläft die meiste Zeit. Der Igel wacht nur für ganz kurze Unterbrechungen auf. Erst im März/April wird er wieder munter. Allerdings hängen seine Wachperioden ab da vom Wetter ab. Ist das Wetter kühl und regnerisch, bleibt er dann doch lieber in seinem Nest. In dieser Phase ist vom Gärtner besondere Achtsamkeit von Nöten! Zur Sicherheit der Igel ist beim Verwenden von Balkenmähern und Motorsensen sowie beim Umsetzen bzw. Fällen von großen Sträuchern ganz besonders auf Igel zu achten! Die Igel bekommen im Schlaf nichts mit und können demzufolge auch bei Gefahr nicht fliehen.

Jungigel

So solltest Du den viel zu kleinen Igel in Haus oder Garten unterbringen

Wichtige Tipps fürs Igel überwintern: Da der Igel ein Einzelgänger ist, legt er auch beim Überwintern großen Wert darauf, einzeln untergebracht zu werden. Allerdings gilt das nicht für ganz kleine Igel bis zu 300 g Körpergewicht, die Du im Sommer findest. Ist sichergestellt, dass ihre Mutter sie nicht mehr versorgen kann, benötigen sie menschliche Aufzuchthilfe mit viel Wärme und Körperkontakt vor allem auch mit ihren Geschwister-Igeln. Das kann durchaus von einem Menschen ergänzt werden. Dabei besteht keine Gefahr, dass die Igel sich zu sehr an das Zusammensein mit Menschen gewöhnt. Igel sind sehr schnell wieder ausgewildert und menschenscheu.

 

 

Bei der Aufzucht von Jungigeln muss im Raum mindestens eine Temperatur von 15 Grad C sein. Junge Igel, die bei kühleren Temperaturen gehalten werden, fressen dann nicht genug und bilden entsprechend wenig Fettreserven. Dadurch würden sie Gefahr laufen, den Winterschlaf nicht zu überleben.

Wer für die Igel einen artgerechten Garten anlegen möchte, achtet darauf, dass dort dichte Hecken, ein Teich, Obstbäume, Wiesen – am liebsten mit Erdmulden – und auch Mauern aus Naturstein sind, die Ausbuchtungen für einen Unterschlupf haben. In einem Igel-freundlichen Garten setzt Du keinen Mineraldünger und schon gar nicht chemische Pflanzenschutzmittel ein. Als Wiese bevorzugt der Igel im Garten eine Bauernwiese, die nur selten gemäht und gedüngt wird. Vor allem sind Hecken beim Igel beliebt. Feinmaschige Zäune sind ein absolutes Novum! Was die Hecken betrifft, ist er Dir dankbar, wenn Du sie nur selten schneidest und am Boden möglichst das Laub und die Reiser liegen bleiben.

Igel auswildern

So wird der Igel wieder ausgewildert

Du warst erfolgreich beim Igel überwintern? Im März/April, wenn das Wetter nicht sehr kühl und regnerisch ist, kannst Du den Igel in den Garten in ein eigens dafür hergerichtetes Freigehege bringen. In dem Gehege musst Du ein Igelhäuschen aufstellen, dass mit Heu und Stroh gut gefüllt ist. Hier kann er sich zum Schlafen zurückziehen. Nachdem er sich dort zwei bis drei Wochen eingewöhnt hat, kannst Du das Gehege öffnen und dem Igel den freien Austritt in den Garten und in die Nachbaranlagen gewähren. Igel sind sehr schnell wieder in der Natur zuhause und zeigen auch sehr bald wieder ihre natürliche Menschenscheu. Damit der Igel in Deinem Garten auch sicher ist, kannst Du darauf achten, ob es Schächte, Gruben oder Gräben gibt, in die der Igel fallen könnte und diese abdecken. Er kann da nicht allein wieder heraus. Am Teich solltest Du für Planken sorgen, damit der Igel sich selbst wieder aus dem Wasser retten kann, sollte er mal in den Teich fallen. Er wird Dir ebenso wie die Vögel für frisches Trinkwasser in der Vogeltränke dankbar sein.

 

 

Du kannst ihn natürlich auch direkt in die freie Natur auswildern. Zuvor solltest Du ohne den Igel einen geeigneten Ort suchen. Dann fährst oder gehst Du mit dem Igel am Abend zu dem ausgesuchten Platz. Im Gebüsch oder unter einer Hecke legst Du ihm etwas Futter aus und bereitest ihm ein Nest aus Heu. Das war es dann schon.

Igel füttern

So sieht die Gesetzeslage zum Thema „Igel überwintern“ aus

Die Gesetzeslage zum Thema „Igel überwintern“ ist eindeutig. Nach Bundesnaturschutzgesetz § 42 ist es verboten, Wildtiere der „besonders geschützten Art“ – und Igel gehören ausdrücklich dazu – zu töten, zu verletzen oder zu fangen. Aber das Gesetz erlaubt, Igel mit zu nehmen und zu pflegen, wenn sie Hilfe benötigen. Sie müssen jedoch sach- und artgerecht gepflegt und aufgezogen werden. Der Gesetzgeber verlangt im Gesetzestext aber auch, dass die Tiere direkt nach ihrer Genesung bzw. Ende ihrer Hilfsbedürftigkeit wieder in die Freiheit gegeben und ausgewildert werden.

Das waren jetzt unsere Tipps zum Igel überwintern. Wir sind eine private Igelnothilfe und finanzieren alles aus eigener Tasche. Wenn Du uns unterstützen möchtest, denn freuen wir uns sehr darüber. Als Dankeschön für Deine Unterstützung bekommst Du von uns, egal wie hoch Deine Spende ist, über 50 traumhaft schöne Bilder von den süßen Stacheltierchen. Unsere Winterschlafgäste und natürlich auch die, die wir im Sommer gesund pflegen, werden es Dir danken!

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