Igelfütterung im Herbst: Warum Mehlwürmer zur Gefahr werden können – Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnen Igel damit, sich eine schützende Fettschicht für den Winterschlaf anzulegen. Viele Tierfreunde möchten die Wildtiere in dieser Zeit unterstützen – doch nicht jedes Futter ist geeignet. Besonders Mehlwürmer können bei falscher Fütterung ernste gesundheitliche Schäden verursachen.

Warum Mehlwürmer problematisch sind
Auf den ersten Blick wirken Mehlwürmer wie eine natürliche Nahrungsergänzung. Doch das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor ist für Igel ungünstig. Werden zu viele Mehlwürmer gefüttert, drohen Mangelerscheinungen, die den Bewegungsapparat betreffen. Betroffene Tiere zeigen Schwierigkeiten beim Laufen, und bei Jungigeln kann es sogar zu Knochendeformationen kommen. Einmal entstandene Schäden lassen sich nur sehr langsam korrigieren.
Folgen einer Fehlernährung
Gerade Jungtiere sind gefährdet: Sie benötigen während des Wachstums ausreichend Mineralstoffe für starke Knochen. Ein Übermaß an Mehlwürmern führt dagegen zu Kalziummangel. Tierärzte berichten immer wieder von Igeln, die nach falscher Fütterung mit schmerzhaften Beschwerden eingeliefert werden. Die Behandlung umfasst in der Regel Mineralstoffzusätze und eine behutsame Umstellung auf artgerechtes Futter.
Igel richtig füttern
Wer Igel unterstützen möchte, sollte auf ausgewogenes Futter achten. Am besten eignet sich hochwertiges, getreidefreies Katzen-Nassfutter mit hohem Fleischanteil, etwa Rind. Als gelegentliche Ergänzung können ungewürztes Rührei oder gegartes Hackfleisch dienen. Auch spezielle Igeltrockenfutter sind sinnvoll, wenn sie mit Nassfutter kombiniert werden. Insekten wie Heimchen oder Hermetia-Fliegen können sparsam untergemischt werden – Mehlwürmer hingegen sollten nur in kleinen Mengen beigemischt, niemals aber als Alleinfutter gegeben werden.
Füttern – ja oder nein?
Grundsätzlich gilt: Wildtiere sollten nur dann gefüttert werden, wenn es wirklich notwendig ist. Bei Igeln kann das der Fall sein, wenn sie vor dem Winter nicht genug Gewicht haben, um sicher durch den Winterschlaf zu kommen. Wichtig ist dabei stets eine artgerechte Ernährung, die den Tieren langfristig mehr nutzt als schadet.
Fazit
Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: Wer Igeln im Herbst helfen möchte, sollte Mehlwürmer nur sehr sparsam einsetzen und auf ausgewogenes Futter achten. So bleibt der stachelige Gartenbewohner gesund und kann sich bestens auf den Winter vorbereiten.